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Biodiesel


Biodiesel ist ein nach seiner Verwendung dem Dieselkraftstoff entsprechender pflanzlicher Kraftstoff. Im Gegensatz zum konventionellen Dieselkraftstoff wird er nicht aus Rohöl, sondern aus Pflanzenölen oder tierischen Fetten gewonnen. Biodiesel wird deshalb als ein erneuerbarer Energieträger bezeichnet. Chemisch handelt es sich um Fettsäuremethylester (FAME).

Am 31. August des Jahres 1937 meldete der Belgier G. Chavanne der freien Universität von Brüssel ein Patent zur Umesterung von Pflanzenölen durch Ethanol (auch Methanol wird erwähnt) an, um deren Eigenschaften zur Nutzung als Motorenkraftstoff zu verbessern (Belgisches Patent 422,877).

Naturbelassenes oder lediglich gefiltertes Pflanzenöl kann ebenfalls als Kraftstoff verwendet werden (siehe Kraftstoff Pflanzenöl). Die Verwendung von reinem Pflanzenöl ist nur in geeigneten Motoren möglich. Es handelt sich zwar auch um einen Biokraftstoff, jedoch spricht man hier nicht von Biodiesel, auch wenn es in Dieselmotoren Verwendung findet.

Die Beimischungen von Biodiesel zu herkömlichen Dieselkraftstoff wird, je nach Anteil, als B5, B10 oder B20 bezeichnet. Dies entspricht einem Anteil von 5, 10, oder 20% an Biodiesel. B100 entspricht demnach reinem Biodiesel.

Allgemein:

Zur Herstellung von Biodiesel wird Pflanzenöl mit ca. 10 % Methanol und verschiedenen Reagenzien (vor allem Kaliumhydroxid oder Natriumhydroxid und seltener Alkoholate) versetzt. Bei Normaldruck und Temperaturen um 60 °C werden die Esterbindungen der Triglyzeride des Pflanzenöls getrennt und die entstehenden Fettsäuren mit dem Methanol verestert (Umesterung). Das dabei entstehende Glycerin wird vom Biodiesel getrennt.

Durch die Umesterung hat das Endprodukt eine deutlich geringere Viskosität als das unbehandelte Pflanzenöl und kann auf Grund seiner physikalischen Eigenschaften als Ersatz für Dieselkraftstoff verwendet werden. Der Kraftstoff hat jedoch andere chemische Eigenschaften, die in üblichen Einspritzsystemen zu Defekten führen kann. So konnten beim Einsatz dieser Kraftstoffe Verkokungen der Spritzlöcher von Einspritzdüsen der Injektoren beobachtet werden. Des Weiteren reagieren die Dichtungen in den Hochdruckpumpen sehr empfindlich auf diese Kraftstoffe. Der Betrieb eines Motors erfordert deshalb entsprechende Anpassungen und sollte nur nach Freigabe durch den Motorhersteller erfolgen.

Die übergreifende Abkürzung aller Methylester auf Basis von Pflanzen- und Tierölen ist

FAME Fettsäure-Methylester nach DIN EN 14214
Je nach Art des Grundstoffes wird beispielsweise unterschieden:

PME Palmölmethylester
RME Rapsölmethylester
Weitere pflanzliche Methylester sind Sonnenblumenmethylester und Sojaölmethylester Importe).

Daneben sind auch Methylester auf Altfettbasis erhältlich:

AME wird für Altfettmethylester verwendet
Die Schmiereigenschaften von FAME (auch als 5 %-Beimischung) sind deutlich besser als bei herkömmlichem Diesel, wodurch sich der Verschleiß der Einspritzmechaniken vermindert. Nachteilig kann die höhere Wasserlöslichkeit von Biodiesel sein. Dies begünstigt die Korrosion. Außerdem altert Biodiesel wesentlich stärker als konventioneller Diesel, was zur Säurebildung und zu Ablagerungen in den kraftstoffführenden Komponenten führt.

Biodiesel stellt als Kompromiss eine Anpassung eines Kraftstoffs an vorhandene Motortechnik dar, wohingegen der technisch wesentlich veränderte Elsbett-Motor eine Anpassung an den einfachst herstellbaren Kraftstoff Pflanzenöl darstellt.

Herstellung von Biodiesel aus Raps:

Als Rohstoff für Biodiesel stellt sich unter mitteleuropäischen Verhältnissen Raps als die geeignete Pflanze mit einem Ölgehalt in den Samen von 40 bis 45 % dar. In der Ölmühle wird aus der Rapssaat Öl (Rüböl) gewonnen. Als Nebenprodukt geht Rapsschrot in die Futtermittelindustrie.

Die im Raps vorliegenden Öl- und Fettmoleküle (zu fast 95 % C18-Ketten) haben stets den gleichen Aufbau. Es sind mit dem dreiwertigen Alkohol Glyzerin veresterte Fettsäuren. Das Glyzerinmolekül ist auf diese Weise mit drei langen Fettsäure-Ketten verbunden.

In der Umesterungsanlage tauschen bei einer einfachen chemischen Reaktion drei Fettsäuren in Gegenwart eines Katalysators ihren Platz am dreiwertigen Glycerin mit einwertigem Methanol. So entstehen drei einzelne Fettsäuremethylester-Moleküle und ein Glycerin-Molekül.

Die allgemeine Reaktionsgleichung zur Herstellung von Biodiesel lautet:

H H
H-C-OOC-R1 H-C-OH
| Kat |
H-C-OOC-R2 + 3 CH3-OH -------> H-C-OH + 3 CH3-OOC-R1,2,3
| |
H-C-OOC-R3 H-C-OH
H H

Triglycerid Methanol Glycerin Biodiesel
(z.B. Rapsöl) (z.B. RapsMethylEster, RME)

Flächen- und Fremdenergiebedarf:

Der erforderliche Flächenbedarf, um zum Beispiel die 1 kg Dieselkraftstoff entsprechende Energiemenge als Biodiesel zur Verfügung zu stellen, ergibt sich aus folgender Rechnung:

Pro Quadratmeter beträgt der Ertrag an Biodiesel etwa 0,115 l Dieseläquivalent[3]. Bei einer Dichte von 0,9 kg/l sind dies etwa 0,104 kg. Um 1 kg Dieseläquivalent bereitzustellen, wird also der Ertrag von 9,66 mm² Anbaufläche benötigt.

Die Produktion der 1 kg Dieseläquivalent entsprechenden Menge an Biodiesel erfordert allerdings selbst erhebliche Energiemengen (Methanol, Düngemittel, Transport, Verarbeitungsprozess). Um auszuschließen, dass die für die Produktion nötige Energiemenge wiederum durch fossile Energieträger beschafft wird, nimmt man nun an, dass die Anbaufläche entsprechend so weit vergrößert wird, dass auch die für die Produktion selbst benötigte Energiemenge auf der Anbaufläche mit erzeugt wird.

Für die Energiemengen E_ges (Gesamtenergie), E_prod (Energiebedarf der Biodieselproduktion selbst) und E_netto (tatsächlich verfügbare Energiemenge an Biodiesel) gilt dann

E_ges = E_prod + E_netto = E_netto * k/(k-1)

wobei der Faktor k im Kapitel "Umweltverträglichkeit von Biodiesel", Abschnitt "Nachteile" erläutert wird. Unter der Annahme k = 1,48 verdreifacht sich die benötigte Anbaufläche in etwa; es werden dann etwa 29,8 mm² Anbaufläche für 1 kg bereitgestelltes Dieseläquivalent benötigt. Ein Grund dafür, dass die Energieausbeute verhältnismäßig gering ist, liegt darin, dass nur die Ölfrüchte verwendet werden und der verbleibende Biomassenrest (Rapsstroh und Rapsschrot) nicht energetisch genutzt wird. Bei einer alternativen Form der Kraftstoffgewinnung aus Biomasse zu Sundiesel wird die gesamte Pflanze verwendet, wodurch sich der Energieertrag pro Fläche in etwa verdoppelt (siehe Abschnitt Alternativen).

Pro Jahr werden in Deutschland etwa 50 Mio. t Heizöl der Sorte EL (Abkürzung für extra leicht(flüssig)) und des chemisch verwandten Dieselkraftstoffs verbraucht (2005 waren es 53 Mio.). Diesel bzw. Heizöl EL hat einen Heizwert von 43 GJ/t, der um etwa 16 % höher als der von Biodiesel ist. Wollte man den gesamten Jahresverbrauch Deutschlands durch Biodiesel ersetzen, wäre also eine Jahresproduktion von etwa 58 Mio. t Biodiesel bereit zu stellen. Hierzu würde man 29,8 mm²/kg·50.000.000.000 kg = 1.490.000 kmm² benötigen. (In der Zahl von 29.8 mm²/kg Dieseläquivalent ist die um 16 % geringere Energiedichte bereits berücksichtigt, daher wird in der Flächenberechnung der Jahresverbrauch an Heizöl eingesetzt.)

Dies ist bereits fast das Fünffache der Gesamtfläche Deutschlands von 357.050 kmm²[5]. Heute (2006) werden 50 % der Fläche der Bundesrepublik Deutschland für die landwirtschaftliche Produktion genutzt[2], also entspricht es sogar fast dem Zehnfachen der landwirtschaftlichen Nutzfläche von Deutschland. Berücksichtigt man hingegen auch noch die Fruchtfolge des selbstunverträglichen Raps, der einen Anbau auf der gleichen Fläche nur alle 3 - besser 4 - Jahre erlaubt, müsste bereits die 15- 20fache Fläche der Bundesrepublik in den Anbau einbezogen werden.

Daraus wird deutlich, dass aus Biodiesel lediglich ein kleiner Teil des heutigen Bedarfs an Dieselkraftstoff / Heizöl EL aus inländischen nachwachsenden Rohstoffen gedeckt werden kann. Dieser Anteil ließe sich stark erhöhen, wenn der Kraftstoff nur in spritsparenden KFZ ("Ein-Liter-Auto") und das Heizöl nur in Brennwert-Kesseln bzw. Blockheizkraftwerken eingesetzt würde.

Bezogen auf den Weltbedarf an dieselähnlichen Kraftstoffen könnte Palmölmethylester sowohl von der Ölergiebigkeit der Pflanze als auch von der Größe des potentiellen Anbaugebiets der wichtigste Kraftstoff werden. Allerdings wird dies derzeit mit der großflächigen Abholzung von Urwäldern in Indonesien zwecks Anlage von Ölpalmen-Monokulturen erkauft.

Eine Studie von Forschern der Universität Minnesota weist darauf hin, dass es unwahrscheinlich ist, durch Alternativ-Kraftstoffe den weltweit zunehmenden Spritbedarf in nennenswertem Umfang abdecken zu können. Allerdings beruht diese Studie auf die allgemeine Annahme des Pro-Kopf-Verbrauchs der US-Bürger und der Verwendung amerikanischer Fahrzeuge.

Umweltverträglichkeit von Biodiesel:

Vorteile:

Generell ist die Gewinnung von Energie aus nachwachsenden Rohstoffen nachhaltig. Bei der Produktion von Biodiesel aus Rapssaat gibt es zudem keine Abfallprodukte, da alle Nebenprodukte dieser Reaktion weiterverwertet werden können: Der Rapsschrot, der bei Gewinnung von Rapsöl aus Rapssamen anfällt, wird als Futtermittel benutzt und das bei der Umesterung entstehende Glyzerin kann in der chemischen Industrie weiterverwertet werden (z. B. Kosmetik). Das auf dem Feld verbleibende Rapsstroh trägt letztendlich zum Erhalt des Humuskörpers und damit zum Erhalt der Bodenfruchtbarkeit bei.

Biodiesel ist außerdem bei Leckagen deutlich weniger umweltbelastend als herkömmlicher Diesel. Letzterer gehört in die Wassergefährdungsklasse 2 (wassergefährdend), Biodiesel in die Wassergefährdungsklasse 1 (schwach wassergefährdend). Reines Pflanzenöl gilt als nicht wassergefährdend.

Die CO2-Neutralität bei der Verbrennung von Biodiesel ist umstritten. Laut Umweltbundesamt führen bei der Herstellung die zusätzlichen Kohlendioxid- und Lachgas-Emissionen beim Anbau und bei der Verarbeitung, die selbst bei einer Einbeziehung der Weiterverwendung von Nebenprodukten entstehen, zu einer höheren CO2-Emission als die Pflanzen vorher durch Photosynthese aus der Atmosphäre entnommen haben[8]. Demgegenüber stehen Argumente, wonach zwischen intensivem Anbau zur Erzeugung von Speiseöl aus Erucasäure- und Glucosinolat-armen, so genannten 00-Sorten und dem Anbau von Rapssorten zur Energiegewinnung differenziert werden müsse. Je nach Studie kommen Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass die Klimabilanz von Biodiesel 20 bis 80 Prozent günstiger ist als die von Mineralöl-Diesel.

Die Problematik der Abhängigkeit von Importen ist bei Pflanzenölen unkritischer, da diese in weitaus mehr Ländern erzeugt werden können, als dies bei Erdöl der Fall ist, das geografisch ungünstig verteilt vorkommt und großteils aus politisch unruhigen Regionen stammt.

Die CO2-Bilanz ist immer günstiger als die konventionellen Dieseltreibstoffes, der auch erst nach Transport und Verarbeitung von Erdöl in Motoren eingesetzt werden kann.

Nachteile:

Flächenbedarf:

Die Nutzung von Ackerfläche zur Erzeugung nachwachsender Rohstoffe verringert die Anbaufläche für Nahrungsmittel. Dem steht eine derzeitig latente Überproduktion an Nahrungsmitteln gegenüber.

Die Verwendung von Pflanzenschutzmitteln beim Rapsanbau wird als problematisch für die Umwelt gesehen. Forschungen zur Genveränderung von Raps, um Resistenzen gegen den Rapsglanzkäfer und Kohlhernie zu erreichen, sind ebenfalls umstritten.

Des Weiteren stellen großflächige Monokulturen eine Bedrohung für Tierarten, insbesondere bodenbrütende Vögel dar. Durch die intensive Nutzung von Stickstoffdüngern kommt es zu einer Überdüngung der Gewässer und einer Versauerung des Bodens. Zudem wird Distickstoffoxid (Lachgas) freigesetzt - ein 310fach stärkeres Treibhausgas als CO2.

Biodiesel produziert zudem mehr ozonfördernde Abgase als aus Erdöl gewonnener Treibstoff.

Die Mengen an Ölpflanzen aus heimischer Landwirtschaft sind für die Eigenversorgung zu gering, weshalb Importe notwendig würden um größere Mengen Treibstoff zu ersetzen. So wird beispielsweise für eine Fahrt von Stuttgart nach Hamburg (668 km mit einem Verbrauch von 47,4 Liter Biodiesel) der Rapsertrag aus 445,5 mm² Anbaufläche benötigt.

Des weiteren ist die Energiebilanz, d.h. das Verhältnis k (auch ERoEI) zwischen der gesamten gewonnenen (= Gesamtenergieertrag = Nettoenergiertrag + Energieaufwand) und der aufgewandten Energie, gering. Das Verhältnis k ist vergleichbar zum Carnot-Wirkungsgrad einer Wärmepumpe (linkslaufender Carnot Kreisprozess als Vergleichprozess zur bestmöglichen Wärmegewinnung aus einem Energieniveau niedrigerer Temperatur).

Bei der Gewinnung, einschließlich der Weiterverarbeitung zu Biodiesel (Pflügen, Säen, Behandeln mit Pflanzenschutz, Düngen, Ernten, Verestern), muss eine Energiemenge von 25 MJ/Kg aufgewandt werden. Demgegenüber hat Biodiesel einen Heizwert von 37 MJ/Kg.

Das Verhältnis k beträgt demnach etwa 1,48 (vgl. Erdöl: k etwa 10 ).

Kritiker bemängeln zudem, dass durch staatliche Subventionen und damit günstigeren Preisen für Spediteure der Schwerlastverkehr gefördert wird, was einer geringeren Umweltbelastung entgegenwirkt.

Abholzung und Zerstörung von Naturlandschaften:

In vielen Teilen der Welt werden derzeit im großflächigen Stil Naturlandschaften für den Anbau von Ölsaaten kultiviert (z. B. Ölplantagen in Indonesien; Rapsfelder in Russland, China, oder Kanada). Dies kann zu weitreichenden, negativen ökologischen Folgen führen, die es in der Gesamtbewertung der Umweltverträglichkeit von Biodiesel zu berücksichtigen gilt.

Darüber hinaus kann der Anbau von Ölsaaten auf bestehenden Ackerflächen bzw. die Verwendung von essbaren Pflanzenölen zur Herstellung von Biodiesel zu einer Verknappung bzw. Verteuerung von Lebensmitteln führen. Dies könnte vor allem für Menschen in Entwicklungsländern fatale Auswirkungen haben. Andererseits kann die Produktion bestimmter Ölpflanzen im Mischfruchtanbau oder im Rahmen der Fruchtfolge die Auslaugung der Böden verhindern und den Ertrag an Lebensmitteln auf Dauer sogar steigern; auch der Einsatz von Herbiziden kann so verringert werden. Entsprechende Versuche wurden bereits in der Praxis durchgeführt und sind positiv verlaufen.

Dennoch kann Biodiesel für viele Entwicklungsländer auch eine Chance zur Bekämpfung der Armut sein. In Indonesien zum Beispiel werden durch den Anbau von z. B. Ölpalmen und Jatropha für viele Menschen in ländlichen Gebieten überhaupt zum ersten Mal Arbeitsplätze geschaffen. Damit einhergehend verbessert sich auch die Infrastruktur wie z. B. Stromversorgung, Schulausbildung, Gesundheitsversorgung, etc. in diesen Landesteilen. In Papua werden eine Million Hektar Urwald teilweise illegal gerodet, um Platz für Palmöl-Plantagen zu schaffen. Dabei wird vielfach auch Brandrodung eingesetzt.

Dennoch gilt es an erster Stelle, die illegale Abholzung von Regenwald zu unterbinden und an deren Stelle die Kultivierung von bereits gerodetem und derzeit brachliegenden Land zu fördern. In Indonesien alleine liegen mehrere Millionen Hektar bereits gerodeter Landflächen brach. Durch Kultivierung und nachhaltige Bewirtschaftung dieser bereits zerstörten "Steppen-Landschaften" könnte Biodiesel für viele arme Menschen eine Einkommensquelle schaffen.

Umweltverbände wie Rettet den Regenwald e.V. weisen sowohl auf den Zusammenhang von EU-Importen und Regenwaldzerstörung als auch auf die hohen Emissionswerte bestimmter Anbaumethoden bzw. -produkte wie Palmöl hin. Sie beziehen sich auf Untersuchungen von Wetlands International, Delft Hydraulics und Alterra, die nachweisen, "dass die Palmöl-Nutzung von südostasiatischen Torfböden zehnmal mehr Kohlenstoff-Emissionen bedeutet als der Einsatz einer vergleichbaren Menge von Mineralöl." In der Kritik steht hierbei die EU Biotreibstoff-Direktive.

Letztendlich würde ein Vielfaches mehr CO2 freigesetzt werden, als später durch die Pflanzen wieder gebunden werden kann.

Produktion:

Bei der Gewinnung des Kraftstoffs ergeben sich Nachteile, da für die Produktion Alkohole benötigt werden. Diese werden zuvor industriell produziert. Zudem entstehen bei der Gewinnung von Bio-Diesel als Nebenprodukt große Mengen Glyzerin, die in der chemischen Industrie weiterverwendet werden. Betrachtet man die Energiebilanz von Biodiesel, so ergibt sich je nach Studie, dass mit Biodiesel zwischen 30% und 80% der Energie für die Erzeugung benötigt wird.

Verteuerung von Nahrungsmitteln:

Die Verteuerung von Nahrungsmitteln ist ein zentrales Problem der Biodieselgewinnung. In vielen Entwicklungsländern, wie Mexiko oder Kolumbien, verteuern sich einfache Lebensmittel wie Mais oder Soja, da Anbauflächen und andere Ressourcen für die Gewinnung von Biodiesel benutzt werden. Eine Verschärfung des Hungers und der Unterernährung ist die Folge. Allerdings ist dieser Effekt keine Besonderheit der Biodieselproduktion: Sämtliche Energieerzeugung aus nachwachsenden Rohstoffen, die nicht nur Abfälle verwertet (z.B. Bioethanol aus Zuckerpflanzen, Biogasanlagen auf Mais-Basis, Holzhackschnitzel aus Pappel- oder Weidenplantagen etc.), konkurrieren weltweit mit Nahrungsmittelproduktion. Denn oftmals bieten die Produktion und Vermarktung von Energiepflanzen für die Erzeuger bessere Einkommensmöglichkeiten. Jedoch wird das Ausmaß dieses Effektes durch die staatliche Subventionierung beim Biodiesel weltweit spürbar. Regierungen propagieren den Einsatz von Biodiesel als umweltschonend und nachhaltig, im Grunde geht es aber um die Unabhängigkeit von Erdöl produzierenden Ländern und um langfristige Marktstrategien großer Konzerne etwa der British Petroleum, die den Energiemarkt dominieren.

Emissionen:

Beim Einsatz von Diesel in Motoren sind insbesondere die Partikel- und NOx-Emissionen bedeutend. Diese Emissionen werden durch "Bio-Diesel" nicht wesentlich gemindert. Zwar werden durch RME im Vergleich zu Mineralöldiesel die Emissionen an Partikeln verringert, doch der Gehalt an schädlichen Bestandteilen bleibt vergleichbar mit Mineralöl-Diesel. Auch die Emission von Stickstoffoxiden (NOx) ist bei RME eher höher.

Eine Studie schwedischer Wissenschaftler (2002) bescheinigt reinen Rapsölkraftstoffen (nicht RME) nicht gerade gute Umwelteigenschaften. Demnach werden bei der Verbrennung von Rapsöl bis zu zehn Mal mehr Krebs erregende Schadstoffe freigesetzt als bei herkömmlichem Diesel. Dabei handelt es sich um verschiedene Kohlenwasserstoffverbindungen: Ringförmige Benzolmoleküle, Äthylkohlenwasserstoff sowie Diolefine.

Ein Forschungsvorhaben (2003) der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft zeigte jedoch, dass die schwedischen Untersuchungen für die dieselmotorische Verbrennung völlig irrelevant sind.

Kritiker wie der internationale Kleinbauernverband Via Campesina meiden den Begriff "Bio"-Sprit oder "Bio"-Energie und werten ihn als Euphemismus. Sie bevorzugt daher "Agro-Sprit" oder "Agro-Gas".

Ausführlicher zum Thema Biodiesel bei Wikipedia.


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 Biodiesel bei IWR.de
Beschreibung: Biodiesel wird in Zeiten hoher Benzin- und Dieselpreise immer beliebter. Der deutlich preisgünstigere Biodiesel an der Tankstelle wird aus gepresstem Raps hergestellt und chemisch verestert, damit das Rapsöl im Winter nicht einfriert. Dieser Diesel wird Raps-Methyl-Ester genannt, kurz RME-Biodiesel. Obwohl es keine Preisbindung an den Diesel-Preis gibt, war der RME-Biodiesel an den Tankstellen in den letzten Jahren relativ konstant 10 - 12 cent günstiger als normaler Diesel. Während der Biodiese ...
Hinzugefügt am: 28.01.2008 Besucher: 1092 Bewertung: 7.00 (1 Stimme) Link bewerten Kategorie: Alternative Kraftstoffe: Bio - Diesel

 Bioethanol Tankstellen in Deutschland bei IWR.de
Beschreibung: In Deutschland gibt es erst wenige Bioethanol-Tankstellen. Für den Betrieb eines Autos mit Bioethanol, wie etwa E-85-Kraftstoff, sind jedoch spezielle Fahrzeuge (Flexi-Fuel-Modelle (FFV) z.B. von Ford und Saab) auf dem Markt. In Gebrauch befindliche Fahrzeuge können auf FFV-Standard umgerüstet werden. In diesen Fahrzeugen kann sowohl normales Benzin, aber auch alternativ jegliches Gemisch wie E-85 (85% Ethanol und 15% Benzin) oder reines Ethanol gefahren werden. Die Fahrzeuge sind - wenn überhau ...
Hinzugefügt am: 28.01.2008 Besucher: 1438 Link bewerten Kategorie: Alternative Kraftstoffe: Bio - Ethanol

 Biogas-Nord.de
Beschreibung: Unternehmen zur Planung und Installation von Biogasanlagen national und international. Anliegen von Biogas Nord ist es, nach umfassender Analyse der individuellen Voraussetzungen aus bewährten Komponenten ebenso kompakte wie leistungsfähige Gasgewinnungsanlagen zu erstellen, die dem Umweltschutz und dem Ertrag des Betreibers dienen!
Hinzugefügt am: 24.01.2008 Besucher: 1372 Link bewerten Kategorie: _Unternehmen


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 Also, bei uns in Dresden gibt es so etwas. Die haben da auch ganz andere Sachen in BIO Qualität. http://biospaehre.abo-kiste.com/Tiefkuehlware/Obst,-Gemuese,-Kraeuter-TK/bio-inside-Asia-Mix-499654.html (Aaron1, )

  Ich, neugierig klicke an – schade. Also ich habe so meine Zweifel an der ganzen Biogasgeschichte. Es muss nach der Aufspaltung der Zutaten und Abfälle doch irgendwas übrig bleiben? Und was geschieht damit? Und ist das, was da übrigbleibt völlig unbedenklich? (Ortwin59, )

 Viel schlimmer, dass dieses dubiose Fracking auch noch in Deutschland geduldet und aktiv vollzogen wird. Schon das sollte Beweis genug sein, dass die derzeitig politische Führungsebene mehr als fragwürdig zu betrachten ist. Immerhin haben sie jahrlange nichts dagegen unternommen. Da sieht man wieder ... (alinsen90, )

 Wer schon tiefer in der Materie steckt, der findet auf den umfangreichen Websiten laufend Neuigkeiten über Biomasse-Technik und Initiativen in und außerhalb Thüringens. Die passenden Gesetze und Vorschriften werden ebenfalls im Blick behalten und Veränderungen regelmäßig veröffentlicht. Die wichtigs ... (Godfrid, )

 Zahlreiche größere Projekte gibt es in Thüringen, mehr als 20 zeigt die Biobeth-Landkarte. Vielerorts wird auf Hackschnitzelanlagen, Blockheizkraftwerke und Biogasanlagen gesetzt, oft kombiniert mit Wärmenetzen. Darüber wird die gewonnen Wärme verteilt, so dass ganze Siedlungen damit beheizt wer ... (Godfrid, )

 Denk ich auch, vor allem, wenn man über den Absatzeinbuch bei Bio-Diesel liest: http://www.biokraftstoff-portal.de/index.php?tpl=aktn&red=aktlistn&id=4377 (MSLecker, )

 Also Asia-Food gibt es auch als Bio, das weiß ich. Nur wo man es kaufen kann? Ich werde es posten, wenn ich Quellen finde. ;) (mis, )

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